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Interview, Gerhard Leeb, 12.04.2008Können - Sie uns etwas mehr über Ihr Lebensweg sagen?Gerhard Leeb : Ich bin 1952 in Bodensdorf am Ossiachersee als typischer Kärntner (Mutter: Kärntnerin / Vater: ein durch die Kriegswirren aus Rumänien "zurückgespülter" Siebenbürger Sachse) geboren. Schule, Lehre im Fotohandel, Wanderjahre-Arbeitsaufenthalte-Studienreisen nach Skandinavien, Deutschland, Frankreich, Italien und dem Balkan. Umschulung zum Grafiker, Redakteur bei der Kärntner Tageszeitung und der Kleinen Zeitung, seit 20 Jahren selbständig als Werbegrafiker, Journalist, Verleger und Kunstschaffender. 12 Jahre mit einer der ungarischen Minderheit angehörigen Slowakin verheiratet gewesen (sie floh noch zu Zeiten des "Eisernen Vorhanges" über die Karawanken) - mit ihr habe ich einen gemeinsamen Sohn der jetzt im vierten Semester Physik studiert. In der Fotografie war ich immer auf der Suche nach einer Möglichkeit "Bewegung" darzustellen. Mit "Panta rhei", dem ersten Teil des dreiteiligen Zyklus "Koyaaniskatsi" (der Schöpfungslegende der Hopi-Indianer) ist mir das erstmals so gelungen, wie ich es immer wollte. Gerhard Leeb,was ist für Sie die Verbindung zwischen Natur und "Panta Rhei"? Gerhard Leeb : Panta rhei, aus dem Griechischen "alles fließt" ist für mich eines der bedeutendsten Merkmale der Natur. Wer sich mit dieser intensiv - aber unwissenschaftlich - beschäftigt wird merken, dass alles in der Natur einen Sinn hat, dass alles zusammen- und miteinander fließt, dass nichts getrennt vom anderen betrachtet werden kann! Nur der Mensch versucht - auch weil es für ihn dadurch leichter erscheint - alles auseinanderzunehmen, alles einzeln zu betrachten und zu analysieren. Das vermeintliche und auf eine gewisse Art und Weise auch tatsächlich so scheinende Chaotische an der Natur entbehrt in keiner Weise einer Sinnhaftigkeit. Nachdem uns Staat, Schule, Wissenschaft und Kirche ungemein viel Schwachsinn beigebracht hat sind wir verzweifelt daran zu lernen wieder zu fließen und damit auch tatsächlich zu leben. Der Buddhismus wird oft als nahe an die Lehre von Heraklit, insbesondere über das Konzept der impermanence. Ich glaube zu wissen, dass auch Sie bald vorlegen, ein Projekt im Zusammenhang mit dem / über Tibet. Können Sie uns ein wenig mehr sagen? Gerhard Leeb : Ich bin zwar ein tiefgläubiger Mensch - wer sich intensiv mit der Natur beschäftigt kann den Glauben nicht verlieren - und dennoch gerade dabei aus der katholischen Kirche auszutreten. Wir alle auf diesem Planeten haben einen Gott. Für einen langen Zeitraum der Menschheitsgeschichte waren die Religionen mit ihren verhältnismäßig starren Rahmen auch sehr wichtig. Ich denke ohne die Zehn Gebote gäbe es die Menschheit nicht mehr. Wenn wir uns aber ansehen was - im Gegensatz zum Budhismus - die katholische Kirche im Mittelalter oder Teile der Moslems bis in unsere Tage mit den Andersgläubigen aufführen dann kann aich außer einem tiefen und kranken Machtanspruch nichts mehr darin finden. Ich denke, kein Mensch auf dieser Welt darf nach seinem Glauben, seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Sprache sondern nur nach seinen menschlichen Qualitäten beurteilt werden. Die Geschichte dieses Planeten ist eine Geschichte des Völkermordens. Von den spanischen Eroberern in Latein- und Südamerika über den Genozid der europäischen Einwanderern an den Indianern und jenem der Türken an den Armeniern bis hin zur aktuellen Tibet-Politik der Chinesen. Damit sollte es im 21. Jahrhundert endgültig Schluß sein. Was das Projekt "Ein Sternentor nach Tibet" im schweizerischen Kanton Wallis im heurigen Sommer betrifft kann ich kurz folgendes sagen: Abgesehen davon, dass ich sehr stolz bin diesen Auftrag erhalten zu haben wird dieses Projekt drei Monate lang, auch während der Olympischen Spiele in Peking, die Weltöffentlichkeit an die Menschenrechtsverletzungen der postmaoistischen Kapitalisten in China - von den Massakern am "Platz des himmlischen Friedens bis nach Tibet - erinnern. Other artists - website map |
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